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David Lamelas „I have to think about it“ in der Fondazione Antonio Dalle Nogare

David Lamelas
I Have to Think About It
Kuratiert von Andrea Viliani mit Eva Brioschi

7. Mai 2023 – 24. Februar 2024
Eröffnung, Samstag 6. Mai 2023, 11.00 Uhr
www.fondazioneantoniodallenogare.com

Von 7. Mai 2023 bis zum 24. Februar 2024 zeigt die Antonio Dalle Nogare Stiftung die Ausstellung I Have to Think About It: erste Retrospektive in einer italienischen Institution des argentinischen Künstlers David Lamelas (Buenos Aires, 1946).

Sein Werk entstand ab Ende der 19060er Jahre und zählt bis heute zu den faszinierendsten Positionen konzeptueller Kunst. Die Arbeiten umfassen Installationen, Skulpturen, Zeichnungen, Fotografien, Filme, Videos, Töne und Texte und beschäftigen sich mit den Umständen und Bedingungen, welche unsere Wahrnehmung und Erkenntnis bestimmen. Eine Art von Kunst, die oftmals fast aus nichts besteht.
Die Ausstellung kuratiert Andrea Viliani mit Eva Brioschi. Sie erstreckt sich räumlich über alle Etagen der Stiftung und zeitlich über mehrere Monate, in denen sie regelmäßig neue Formen einnehmen wird und somit auch einen Dialog mit ausgewählten Werken der Sammlung ermöglicht. Gezeigt werden einige der wichtigsten historischen Werke des Künstlers zusammen mit neuen Produktionen, begleitet wird die Ausstellung von einem Programm von Live-Events.

Bereits mit dem bewusst selbstironischen Titel („Ich muss darüber nachdenken“) stellt Lamelas das eigentliche Format der Ausstellung und insbesondere jenes der Retrospektive in Frage. Er schlägt stattdessen eine persönliche Interpretation vor, in der sowohl der Ausstellungskontext, als auch
die Institution, die Basis für einen fortlaufenden Diskurs bilden, welcher Vergänglichkeit provozieren und die Möglichkeit diverser Sichtweisen generieren will. Sichtweisen, die im Kontext der Ausstellungserfahrung entstehen, also nicht bloß jene des Künstlers, sondern auch jene der
Besucherinnen. In dieser Neugestaltung und Lockerung des Formats der Retrospektive versteht Lamelas die Ausstellung als eine weitere Erkundung der Konzepte von Raum und Zeit, welche sein gesamtes Schaffen kennzeichnen. Indem er mit einem Aufbau arbeitet, der sich nicht auf einen bestimmten Raum beschränkt und die Dauer der Ausstellung der Zeit von Wahrnehmung und Gedanken anpasst, lädt uns der Künstler dazu ein, die Dimensionen von Raum und Zeit als etwas Interpretierbares und daher Veränderliches zu betrachten: Für Lamelas sind Raum und Zeit mehr als bloß Konzepte. Sie sind kontextuelle und relative Ereignisse und können daher in vielen Variationen erlebt und erzählt werden. Er arbeitet daher oft auch mit anderen Personen zusammen – angefangen beim Publikum, das oft von anderen Künstlerinnen oder den Teilnehmerinnen seiner Ausstellungen gebildet wird – und nennt diese im Moment der Umsetzung des Werks Co-Autorinnen.
Von Oktober 2023 bis Februar 2024 wird die Ausstellung mehrmals ihre Form wechseln und zum Kontext für ein Programm öffentlicher Veranstaltungen werden.